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Historie

Bild HistorieDie Geburtsstunde für diese vorbildliche und damals einzigartige Einrichtung im Großherzogtum Baden schlug am 1. Februar 1872, als die "Kreispflegeanstalt Geisingen" ins Leben gerufen wurde.

In Wahrheit aber können die Geisinger stolz sein auf eine viel ältere Einrichtung: Alles begann nämlich im frühen Mittelalter.

Bei den Kreuzzügen im fernen Orient hatten tapfere Ritter nicht nur aus christlicher Überzeugung für das Abendland gekämpft, sondern auch ansteckende Krankheiten wie Lues, Tuberkulose, Pocken und dergleichen "Ungemach" eingeschleppt.
Die Kranken wurden in einem Leprosen- und Aussätzigenhaus vor den Toren Geisingens untergebracht.

Karl Straub, der das Heim von 1950 bis 1970 leitete, erinnert in seinem Rückblick zum 100jährigen Bestehen des Kreispflegeheims Geisingen an eine wechselvolle Geschichte.

Sie begann 1870, als das bisherige F. F. Landesspital nach Hüfingen übersiedelte. Die in Geisingen frei werdenden Gebäude wurden vom damaligen Kreis Villingen- Donaueschingen für 10000 Gulden aufgekauft und zur Kreispflegeanstalt umgebaut.

Im Gründungsjahr 1872 betrug der Pflegesatz 44 Pfennige am Tag bei insgesamt 13858 Pflegetagen. 100 Jahre später lag der Pflegesatz bei täglich 9,50 Mark, die Zahl der Pflegetage war auf Gut 187.000 angewachsen.

1997, zum 125jährigen, lag die Zahl mit 150 000 Pflegetagen jedoch wieder niedriger, weil die Zahl der Betten um 130 reduziert worden war.

Schon 1881 wurde ein eigener Anstaltsfriedhof angelegt und 1886 der erste Gutshof erstellt, 1900 eine eigene Bäckerei angebaut, 1903 ein moderner Schweinestall.

 

Heim und Heimat für Alte und Kranke

Bild LandschaftDer neue Zeitabschnitt beginnt 1949 mit einem schweren Brand:
Innerhalb weniger Stunden brennen in der Nacht vom 25. auf den 26. August die beiden Ökonomiegebäude nieder.

Die gesamten Futtervorräte und das bereits eingebrachte Getreide werden ein Raub der Flammen.

Es folgt ein rascher Wiederaufbau. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt, die gesamte Anstalt von Grund auf zu erneuern.

Karl Straub schildert, daß die neue Zeit nicht nur im Abkratzen der alten Fassadenaufschrift deutlich wurde, sondern auch dem Sinne nach:
"Die Umbenennnung in Kreispflegeheim wurde zu einer Verpflichtung, alten kranken Menschen wirklich ein Heim mit dem zeitgemäßen Komfort und eine Heimat zu bieten. Das "Haus Wartenberg" wird 1956 in Betrieb genommen.
Ein zweiter Bau, mit 100 Betten und 20 Personalunterkünften, wird am 13. Juli 1981 eingeweiht.

Eine neue Gärtnerei 1963, ein neues Verwaltungsgebäude 1966, ein Jahr später dann ein neues Pflegehaus, ein Schwes- ternwohnheim und der Bau eines neuen Gutshofes 1968 setzen Akzente. 1976 kommt ein weiteres Pflegegebäude hinzu und schließlich entsteht 1993 und 1994 das neue Gemeinschaftshaus mit Caféteria, Schwimmbad, Physikalischer Therapie und Räumen für die Beschäftigungstherapie.

Im Jahr 2000 schließlich ist mit dem Haus "Baar II" ein neuer Bereich hinzu gekommen:
Eine Abteilung für jüngere schwerstpflegebedürftige Erwachsene.